Mainpost vom 29.10.2009
Artikel: Holger Welsch; Archivfoto: Norbert Schwarzott
OB und Stadträte setzten auf ein attraktiveres Nautiland-Bad
Bezahlbare Preise und viele Besucher

Unterschriftenaktion 2004
Eins vorweg, bevor im „neuen“ Nautiland-Bad der erste Schwimmer seine Bahnen zieht, wird es mindestens noch zwei Jahre dauern. Doch mit dem einstimmigen Bekenntnis zum Fortbestand und zur Sanierung des Familien- und Freizeitbades haben die Stadträte im Hauptausschuss ein lang erwartetes Zeichen gesetzt.
Damit ist die Alternative, am Dallenberg ein neues Schwimmbad zu bauen, vom Tisch – vorausgesetzt, der Stadtrat bestätigt in seiner Sitzung am 12. November den Entscheid des Hauptausschusses.
Das ist zu erwarten, wie auch der Grundsatzentscheid für das Nautiland keine Überraschung ist. Für dessen Fortbestand hatte Oberbürgermeister Georg Rosenthal schon plädiert, als das nun endlich vorliegende Bädergutachten noch in Arbeit war.
„Gutachten ersetzen nicht das eigene Denken“, hatte er schon 2007 erklärt und für den Fall vorgebaut, der nun auch eingetreten ist. Denn das Gutachten vom Bäderexperten Dr. Klaus Batz kommt zu dem Schluss, dass rein wirtschaftlich ein neues Bad am Dallenberg für die Stadt die günstigste Lösung sei – vor allem deshalb, weil die 27 Millionen Euro für den Neubau ein privater Investor beisteuern soll – nach dem Modell öffentlich-privater Partnerschaft.
Eine solche Partnerschaft beinhaltet aber finanzielle Unwägbarkeiten, die niemand eingehen will, wie bei am Mittwoch im Rathaus deutlich wurde. Stadtkämmerer Christian Schuchardt nannte als Risiko-Beispiel einen Konkurs des privaten Partners, der zudem die Eintrittspreise bestimmen könne.
Doch die Stadt will bezahlbare Preise für möglichst viele Besucher. Schul- und Sportreferent Muchtar Al Ghusain: „Ich habe lieber zehn Besucher, die jeweils zwei Euro zahlen als einen Badegast bei 20 Euro Eintrittsgeld.“ Im übrigen sei die Erfahrung bei den öffentlich-privaten Modellen, „immer wenn’s was kostet, muss die Kommune ran.“
Auch wenn sich Wolfgang Roth (CSU) eine intensivere Prüfung eines solchen Betreibermodells gewünscht hätte, teilten alle Fraktionen die Skepsis von OB und Verwaltung. Zudem sei die Verbindung von Familienbad, Schwimm- und Schulsport im Nautiland am besten zu koordinieren, widersprach der OB der Ansicht von CSU-Fraktionschef Thomas Schmitt, die Entscheidung fürs Nautiland sei „eine politische“.
Auf zwölf Millionen Euro ist die Sanierung des „Nauti“ bei weniger Wasserfläche im Freien aber mit einer größeren Sauna taxiert. Dadurch verspricht man sich eine zusätzliche Attraktivität und Einnahmequelle – ohne ein Spaßbad bauen zu wollen. „Das ist keine kommunale Aufgabe zur Daseinsvorsorge“ betonte Al Ghusain. Im nächsten Jahr soll die Planung und exakte Kostenkalkulation erfolgen. Hans Sartoris, Geschäftsführer des Badbetreibers Stadtbau, verspricht sich eine Steigerung der jährlichen Besucherzahlen von derzeit 250 000 auf 300 000 und durch moderne Technik eine deutliche Senkung der Energiekosten von jährlich 600 000 Euro.
Einig waren sich auch alle Stadträte über den Fortbestand der Schulschwimmbäder, die bei einer Sanierung allerdings jeweils auf dem Prüfstand stehen. Nicht durchsetzen konnte sich die SPD mit dem Wunsch nach einer Bestandsgarantie und einer Öffnung des Hallenbades Lindleinsmühle für die Öffentlichkeit.
Hier will man erst eine Kostenanalyse, unter anderem für eine energetische Sanierung, abwarten.







